Gent – Pippi Langstrumpf im Mittelalter-Styling (plus Katzen)

Schöne Orte - Gent - Human Lifestyle Blog - Andrea Ege Photography

Schlendert man durch Gent, schlendert man durch die Geschichte Europas. Das ist die eine Seite. Kann man langweilig finden. Oder eine absolute Faszination. Die andere Seite: Sich baden in Bildern, die märchenhaft sind und schön. Tief in dem Gewühl aus Häusern mit Gotik-, Barock-, Klassik- und Jugendstilarchitektur.

In die engen Gässchen Gents tauchen, die mit Überraschungen aufwarten. Während man mit dem Geruch der Backsteine in der Nase visualisiert, wie hier die Einwohner kämpften, um sich gegen die Patrizier und Franzosen zu verteidigen und die Unabhängigkeit ihrer geliebten Stadt zu bewahren.

Das etwas andere Gent-Gefühl

Gent ist (und bleibt hoffentlich) eine wirklich unbekannte Perle, dort oben in Flandern. Liegt es am mangelnden Marketing der Gemeinde oder an einem bewussten Lass-mal-gut-sein der Einwohner? Man weiß es nicht. Doch wer Städtereisen liebt und nicht bis ans andere Ende der Welt fliegen möchte, um wirklich etwas besonderes und wunderschönes zu entdecken ist in Gent genau richtig.

Der besondere Charme liegt auch in der perfekten Mischung zwischen Moderne und Mittelalter im Zentrum. Immer wieder wird man hinter den historischen Gemäuern mit Restaurants, Design-Läden und schicken Shops überrascht, die man wirklich überall erwartet hätte – aber hier nicht. Eine Menge schöne Dinge. Das macht Gent auch zu einem Shopping-Paradies.

Gents Sehenswürdigkeiten (ich hasse dieses Wort … hab aber noch kein besseres gefunden)

Aber fangen wir mal mit der ersten Attraktion an: Schloss Gravensteen.

Wir hatten gerade irgendwo geparkt, wo meine Freunde immer parken (leider habe ich den Namen der Straße vergessen) und bewegten uns in Richtung Zentrum, da schreit meine Tochter plötzlich: „Mama, guck mal!“ – und zeigt auf eine kleine, grüne Ecke zwischen zwei Häusern. Mehrere gelbe Palettenbänke kuschelten dort mit den Pflanzen. Gegen die Häuserwände lehnten: Spiegel, gelbe. Ein klein-idyllischer Rückzugsort mitten in der Stadt, den ich mir genauer ansehen wollte. Als ich am Wasser ankam und nach rechts blickte, war ich in einer wieder anderen Welt. Dort thronte, mitten im Wasser, grau, mächtig, trotzig, trutzig, bedrohlich: die Gravensteen Burg. Berühmt für die Folterkammer, berühmt für ihre Größe (eine der größten in Europa), berühmt für die 24 vorspringenden Türme. Es gibt Menschen, die behaupten, von innen betrachtet ist sie nicht viel eindrucksvoller als von außen. Ich bin derselben Meinung. Wenn man sich nicht gerade für Foltergeräte interessiert, kann man das Geld lieber in einen leckeren Snack investieren.

Gents noch mehr Sehenswürdigkeiten (auch die, die man meiden sollte)

In der Innenstadt selbst lässt man sich am besten treiben. Irgendwann kommt man dann sowieso am Fleischmarkt vorbei, an dem kleinen Galgenhäuschen, am Kornstapelhaus, am Markt undsoweiter. Ich finde, es ist immer noch zu spüren, dass die Bewohner gerne widerspenstig und eigensinnig waren. Die Häuserfassaden wirken genauso. Und noch mit viel Aufwand und Liebe zum Detail gestaltet.

Was man sich sparen kann: Die große Kanone namens „Dulle Griet“ (böse Frau), die sinnlos irgendwo rumsteht und niemals zum Schießen benutzt wurde. Und ehrlich gesagt, das Gässchen, in dem sich ganz offiziell alle Graffity-Freaks austoben dürfen, auch. So verzweifelt hab ich noch selten nach einem guten Fotomotiv gesucht. Vielleicht war ich aber auch zu einem falschen Zeitpunkt dort.

Was sich in Gent wirklich lohnt

Allerdings schon einen Besuch wert, am besten am Ende der Stadttour: der „Holy Food Market„. Herrlich säkular wie sie sind haben die Unternehmer von Gent hier eine leerstehende Kirche kurzerhand zum kulinarischen Zentrum umgebaut. In dem man sich von malaysischen über japanischen, indischen, italienischen Häppchen einmal um die Welt und zurück kulinarisch selbst verwöhnen kann. Im Optimalfall legt oben in der Empore noch ein DJ auf. Und die Tablett-Zurückgabe wird mit dem Spruch „Please the Lord“ umworben. Herrlich. Lecker. Und mit viel Kreativität und Humor gelöst.

Gent als verborgener Schatz … sehr zu empfehlen!

Ach, ich könnte noch viel mehr erzählen. Vielleicht mach ich das auch bald mal. Aber lasst euch ein bisschen von meinem iPhone-Fotos erzählen. Ihr werdet sehen: eine Reise nach Gent ist viel wert. Es ist definitiv eine verborgene Perle in der europäischen Städte-Landschaft. Schlechtes Marketing oder woran auch immer das liegen könnte … obwohl die „Visit Gent“-Website ja sehr modern und schön gestaltet ist. Aber vielleicht ist es ja auch genau so nicht schlecht. Dann kann die Stadt so eigensinnig und trotzig bleiben, wie sie ist, ohne dass Massen von Touris durch die Innenstadt wabern. Irgendwie, finde ich, wirkt Gent wie die Pippi Langstrumpf unter den europäischen Städten. Und das ist gut so.

P.S. Stopp! Jetzt hätte ich fast noch was sehr Süßes vergessen: das Katzenstreichel-Café! Wieder mal ein Grund, richtig sauer zu sein, dass ich allergisch bin gegen diese wunderbaren Tiere …

Ach ja: Und das Zeitreisebüro – ein etwas anderer Antiquitätenladen …

LASST EUCH ENTFÜHREN NACH GENT – IN MEINER FOTOGALERIE:

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s